Erich-Loest-Ausstellung

Foto: Sabine Hausmann

Seit Mai 2011 findet der interessierte Besucher nun auch eine Dauerausstellung zu Leben und Schaffen des Mittweidaer Ehrenbürgers Erich Loest in seinem ehemaligen Wohnhaus am Pfarrberg. Der am 24. Februar 1926 in Mittweida geborene Loest zog mit seiner Familie 1933 in das Haus am Pfarrberg 12. Hier verbrachte er unbeschwerte Kindheits- und Jugendtage. Von Sommer 1946 bis 1948 arbeitete er als freier Redakteur bei der LVZ für die Rochlitzer  Lokalausgabe. Er wurde vom Chefredakteur der LVZ nach Leipzig geholt und arbeitete ab April 1948 als Provinz- und Landwirtschaftsredakteur, später als Kulturredakteur. Er wurde aus politischen Gründen entlassen und lebte als freier Schriftsteller in Leipzig. Voller Ideale und Tatendrang wurde er 1949 Mitglied der SED. Doch Loest hinterfragt und nannte die Dinge beim Namen & kritisierte z.B. die verharmlosende Berichterstattung nach den Ereignissen vom 17. Juni 1953. Auch die Niederschlagung der Aufstände in Polen und Ungarn von 1956 kritisierte er scharf. Daraufhin wurde er am 14. November 1957 im elterlichen Haus von Mitarbeitern der Staatssicherheit verhaftet & später zu siebeneinhalb Jahre Zuchthaus verurteilt. Loest kam ins Zuchthaus Bautzen II. Das letzte halbe Jahr wurde ihm auf Grund einer Amnestie erlassen. Nach seiner Haft gestatte ihm die Zensurbehörde, zehn Bücher im Jahr zu veröffentlichen. Er wich aus und eröffentlichte unter den Pseudonymen Hans Walldorf und Waldemar Nass. Sein zeitkritischer Roman „Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene“ wurde 1977 ein großer Erfolg. Die Rechte an dem Roman übertrug er während einer Lesereise in die BRD einem Stuttgarter Verlag und verstieß damit gegen das Urheberrecht der DDR. Er wurde aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Um dem wachsenden Druck zu entgehen, stellte er einen Ausreiseantrag. Im März 1981 verließ er die DDR. Erich Loest wurde nach der politischen Wende 1989 rehabilitiert. Neben den vielfachen Auszeichnungen wurde er 1992 Mittweidaer Ehrenbürger und 1996 Ehrenbürger der Stadt Leipzig, wo er seit 1998 wieder lebt. Sein bekanntester Roman „Nikolaikirche“ erschien 1995 und wurde auch verfilmt. Mit der Idee zu dieser Ausstellung trat Erich Loest an die Stadt Mittweida heran. Er übergab an das Museum der Stadt einen großen Vorlaß. In der Ausstellung findet man neben Informationen zu Leben und Werk von Erich Loest auch etwa 150 Exponate. Darunter sehr persönliche Gegenstände wie seine alte Lederjacke, eine von seiner Mutter geschnitzte kleine Holztruhe und einen Krug, mit dem er für seinen Vater aus der Wirtschaft „Börse“ immer Bier holte. Neben diesen Gegenständen kann der Besucher auch viele Zeugnisse seines schriftstellerischen Schaffens sehen, so beispielsweise die Manuskripte zu den Romanen „Spurensicherung“ und „Nikolaikirche“, die elektrische Schreibmaschine, mit der in den Jahren von 1995 bis 2005 arbeitete. Ein Großteil der von Loest erschienenen Romanen ist in den Bücherregalen vorhanden. Anschauen und Lesen ist ausdrücklich erlaubt. Im November 2012 wurde die Ausstellung durch eine Hör- und Videostation erweitert.

Mit der Einrichtung der Ausstellung wurde eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte zu Themen wie „Nachkriegszeit“ und „Stalinismus“ geschaffen. Sie will zum Nachdenken und zum gemeinsamen Gespräch anregen.

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Schließtage 2016:

23. - 25. / 31. Dezember /

01. Januar 2017

 

Besucher für das Johannes-Schilling-Haus und die Erich-Loest-Ausstellung melden sich bitte im Museum

"Alte Pfarrhäuser" am

Kirchberg 3.

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