Lebensdaten Erich Loest (1926-2013)

Erich Loest wurde 1926 in Mittweida geboren. Sein Vater erwarb 1933 das Haus am Pfarrberg 12 und bezog mit Familie die erste Etage. Hier verbrachte der Knabe seine Kindheits- und Jugendjahre.

 

Im März 1944 wurde der Gymnasiast Wehrmachtssoldat. Zwei Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges, am 6. Mai 1945, geriet Loest in amerikanische Gefangenschaft. Nach 19 Tagen im Kriegsgefangenlager Weiden wurde er entlassen. Sein Fußmarsch nach Hause, nach Mittweida dauerte zehn Tage.

 

Kurze Zeit arbeitete Loest auf einem Rittergut bei Leipzig. Ab 1946 schrieb er als Journalist für die "Leipziger Volkszeitung". Dort wurde er 1950 aus politischen Gründen entlassen und lebte ab dann als freier Schriftsteller in Leipzig.

 

Bereits 1949 wurde Loest, voller Ideale und Tatendrang, Mitglied der SED. Doch der Autor nannte die Dinge beim Namen. Er forderte, wie andere auch, Freiheit im Denken und Glauben. Am 14. November 1957 verhafteten Mitarbeiter der Staatssicherheit Erich Loest im Haus seines Vaters.

 

Das Urteil: siebeneinhalb Jahre Zuchthaus, die er in Bautzen absaß. Auf Grund einer Amnestie wurde ihm das letzte halbe Jahr erlassen. Im März 1981 wich der Autor dem wachsenden Druck und reiste in den Westen aus, die Vorarbeiten für den nächsten Roman im Gepäck.

 

Nach der politischen Wende 1989 wurde Erich Loest rehabilitiert. Bereits vielfach ausgezeichnet wurde er 1992 Mittweidaer Ehrenbürger und 1996 Ehrenbürger der Stadt Leipzig. 2001 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Chemnitz.

 

Von 2011 bis Februar 2018 wird die Erich-Loest-Ausstellung im Elternhaus präsentiert. Seit März 2018 ist sie in der Dauerausstellung des Museums "Alte Pfarrhäuser" integriert.

 

Am 12. September 2013 verstarb Erich Loest in Leipzig.

 

(Quelle: Susann Gramm, Büro für Kultur- und Kunstgeschichte)

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